Bildparameter

25.02.2007

 

"Mein Bild sieht doch gut aus" mag sich so mancher Heimcineast sagen. Doch entspricht es wirklich dem vom Regisseur beabsichtigten Kinooriginal und ist der Projektor wirklich ausgereizt? Wir haben wesentliche Punkte der Projektorkalibrierung zusammengefasst.

1. Kontrast

Praktisch jeder weiß, dass ein großes Kontrastverhältnis einer hohen Bildqualität sehr zu gute kommt. Je größer der Kontrast, desto mehr Dynamik und räumliche Tiefe ist möglich. Betrachten wir zur Veranschaulichung ein Beispiel. Das Foto zeigt zugleich helle wie dunkle Partien. In der Originalversion wirkt das Szenario räumlich tief:

Wird der Kontrast beschränkt, ist das Bild flau mit wenig Tiefe. Der natürliche Bildeindruck geht verloren.

Obiges Bild zeigt ein ungefähren Kontrast von 100:1. Erhöht man das Kontrastverhältnis, gewinnt das Bild an Tiefe, die Helligkeitsabstufungen werden detaillierter.

Dennoch ist der Bildeindruck nicht mit dem Original vergleichbar. Ab einem Kontrastverhältnis von 1000:1 sind die Unterschiede merklich geringer.

Das Beispiel zeigt deutlich, wie wichtig das Kontrastverhältnis eines Videobildes ist. Viele Digitalprojektoren liegen mit ihrem Kontrast zwischen 500:1 und 900:1, teurere Geräte zwischen 1000:1 und 1800:1. Unabhängig von der Preisklasse ist es durch Projektor-Tuning oft möglich, den tatsächlichen Kontrast von Projektoren deutlich zu erhöhen, z.B. durch Farbfilterung kann das Farbspektrum des Projektors besser ausgenutzt werden, gleichzeitig wird der Schwarzwert verbessert, was besonders bei dunklen Szenen die Bildtiefe steigert. Eine Kontraststeigerung von 10% bis 30% ist durch Projektor-Tuning keine Seltenheit!

2. Helligkeits-(Gamma-)Verteilung

Wie gerade erläutert ist ein möglichst hohes Kontrastverhältnis die Basis für ein räumlich tiefes Bild mit ansprechender Dynamik. Genauso wichtig, aber weniger bekannt, ist eine korrekte Helligkeitsverteilung im Bild. Erst sie sorgt dafür, dass der Kontrastspielraum auf alle Helligkeitsbereiche gleichmäßig verteilt wird. Eine falsche Helligkeitsverteilung führt zu Verfremdungen im Bild, die ohne Vergleichsmöglichkeiten nicht leicht zu erkennen sind.

Hierzu wieder ein Beispiel:
Unser Original zeigt eine typische Außenaufnahme. Am Himmel sind helle Wolken, die durch feine Strukturen plastisch wirken. Der Wald am Berghang ist dunkel, aber hat ebenfalls Tiefenstrukturen:

Bei vielen Projektoren ist die Helligkeitsverteilung, auch "Gamma" genannt, allgemein zu hoch eingestellt, um den schlechten Schwarzpegel des Gerätes auszugleichen. In der Folge verliert das Bild an räumlicher Tiefe. Zwar sind weiterhin alle Details zu erkennen, doch das Ergebnis wirkt ausgewaschen und flau.

Der Wald ist "überbelichtet"

In anderen Fällen wiederum ist das Gamma zu niedrig eingepegelt. Hier gehen in dunklen Bildpartien Details verloren. Zwar ist die Maximal-Helligkeit unverändert, aber untere Helligkeitsbereiche zeigen zu wenig Dynamik.

Konturen gehen verloren

Ebenfalls ein häufiges Problem bei der Großbildprojektion ist eine ungleichmäßige Ausnutzung des Kontrastbereiches. Manchen Helligkeitsbereichen steht zu wenig Spielraum zur Verfügung, um eine plastische Detailzeichnung zu gewährleisten.

Unnatürliche Wolken

Im obigen Bild z.B. ist die Gammaverteilung für helle Bildbereiche zu komprimiert: Die hellen Wolken verlieren ihre Plastizität und erscheinen im Vergleich zum Original flach, wie weiße Flecken am Himmel.

Richtig kalibriert, erhalten wir eine gleichmäßige Helligkeitsverteilung. Das Bild zeigt auch in sehr dunklen Szenen genügend Durchzeichnung und wirkt räumlich tief. Zugleich werden auch helle Nuancen sauber differenziert. Es gibt keine Helligkeitssprünge, keine Bildelemente wirken unnatürlich über- bzw. unterbetont.

3. Farbtemperatur



Ein oft schwieriger Aspekt der Bilddarstellung ist die richtige Einstellung der Farbtemperatur. Gerade günstige Projektoren erscheinen zwar farbenkräftig, rekonstruieren die Farben des Kino-Originals aber nicht akkurat. Dies zeigt sich in den meisten Fällen durch eine Über- bzw. Unterbetonung einzelner Farben.
Betrachten wir wieder unser Beispielbild.

Produziert ein Projektor zuviel Rot im Bild, wird die Farbtemperatur des Bildes zu warm. Besonders gut ist dies an den Wolken zu erkennen. Sie haben nicht mehr die natürliche Original-Farbe, sondern wirken ein wenig zu rötlich:

"Rosa Wolken"

Wirkt ein Bild hingegen zu kühl, ist zuviel Blau im Spiel. Eine natürliche Darstellung von Tageslicht ist nahezu unmöglich.

Zu kühle Farbdarstellung

Solche Farbverfremdungen sind in unzähligen Varianten möglich. Da dem Anwender oft die Vergleichsmöglichkeiten zum Original fehlen, bleiben diese Projektordefizite meist unbemerkt. Eine genaue Farbdarstellung ist per Auge sehr schwer zu erreichen. Zudem bieten nicht alle Projektoren die selben Einstellmöglichkeiten. Mit Hilfe von Messinstrumenten lassen sich die Charakteristiken des Projektors analysieren und entsprechend abstimmen, so dass eine möglichst genaue Farbreproduktion erzielt wird.

Farbanalyse durch Messung

Wenn nötig, werden zur Farboptimierung auch farbliche Korrekturen der Optik vorgenommen, z.B. durch Filter. Der Anwender merkt oft erst nach der Kalibrierung, wo die Vorteile der korrekten Farbdarstellung liegen. Das Bild wirkt natürlicher, glaubhafter und vermittelt das wahre "Kino-Feeling".


4. Fazit

Obwohl hier nur drei der wichtigsten Bildmerkmale aufgezeigt wurden, wird deutlich, wie viele unterschiedliche Einstellungsdetails stimmig aufeinander angepasst werden müssen, um wirklich das Bildoptimum, das dem Kino-Original am nächsten kommt, zu erzielen. Bei jeder Bildkalibrierung durch projektor-tuning wird mit Hilfe der modernsten Software und Messinstrumente u.a. der Kontrast des Projektors auf ein Maximum erhöht, gleichzeitig die Helligkeitsverteilung abgestimmt und die Farbreproduktion optimiert. Somit lassen sich Bildergebnisse erzielen, die "per Auge" und ohne das nötige Fachwissen kaum zu erreichen sind. Zahlreiche Modelle erfordern regelrechte "Tricks" bei der Einstellung, um wirklich ihr volles Potenzial nutzen zu können.

Praktisch jeder Projektor bietet Potenzial zum tunen, egal welches Modell, welche Bauart und welche Preisklasse!

Das Ergebnis ist ein neues Heimkino-Gefühl mit der Gewissheit, dass der Film tatsächlich so an die Leinwand gelangt, wie es der Regisseur beabsichtigt hatte.

zurück zur News Übersicht 

Alle Preise inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten (siehe Versandinformation)

© 2017 www.projektortuning.de